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Vielen Dank für Ihr Interesse. Die Elektrophysiologie ist ein unter Laien weitgehend unbekanntes Verfahren zur Untersuchung des Auges, speziell der Netzhaut und des Sehnerven. Um eine Analogie zu verwenden: Jeder kennt das EKG (Elektrokardiogramm); das EKG ist ebenfalls eine elektrophysiologische Untersuchungsmethode. In ähnlicher Weise, wie mit dem EKG das Herz untersucht wird, so wird mit ERG (Elektroretinogramm) und weiteren verwandten Untersuchungsmethoden das Auge untersucht.

Elektrophysiologische Untersuchungsmethoden helfen bei schwierigen diagnostischen Fragestellungen, der Diagnose näher zu kommen oder die Diagnose zu klären. Diese relativ speziellen Untersuchungen waren unter anderem das Forschungsgebiet des Max-Planck-Instituts für physiologische und klinische Forschung, Bad Nauheim, an dem auch Dr. Niepel tätig war und Arbeiten zum Thema Elektroretinografie des meschlichen Auges veröffentlicht hat.

Die ISCEV, die internationale Vereinigung der Elektrophysiologen, legt Qualitäts-Standards in der Elektrophysiologie des menschlichen Auges fest; diese ISCEV-Standards finden bei Dr. Niepel Anwendung. - Der zuweisende Augenarzt und/oder Dr. Niepel bestimmen Art und Umfang der Untersuchung.

Bei den elektrophysiologischen Untersuchungen werden dem Patienten Kontakte an Stirn, Ohren, Hinterkopf, Schläfe, Auge oder Augenlid befestigt. Der Patient blickt während der Untersuchung auf einen Lichtreiz, einen Bildschirm mit einem Schachbrettmuster oder eine Blitzlampe. Die aufgezeichneten Reizantworten von Auge, Sehnerv und der Sehrinde des Gehirns werden ausgewertet.

Gesundheitliche Risiken sind mit der Untersuchung grundsätzlich nicht verbunden.

Mit Hilfe dieser Untersuchung können wichtige diagnostische Entscheidungen getroffen werden. Die Kosten werden in der Regel von der privaten Krankenversicherung und den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Ob auch bei Ihnen eine elektrophysiologische Untersuchung bei der Diagnostik weiterhelfen kann, besprechen Sie bitte mit Ihrem Augenarzt.

Retinitis Pigmentosa

Diese seltene Augenkrankheit ist in letzter Zeit in die Schlagzeilen geraten. So wurde vor Kurzem erstmals eine "künstliche Netzhaut" erprobt, mit deren Hilfe man hofft, auf die lange Sicht den Patienten mit Retinitis Pigmentosa helfen zu können. In diesem Zusammenhang sind Forschungsgruppen um Herrn Prof. Zrenner und Herrn Prof. Walter in Erscheinung getreten. "Auf lange Sicht" bedeutet aber: Es wird noch eine lange Entwicklungszeit bis hin zur klinisch am Patienten einsetzbaren "künstlichen Netzhaut" nötig sein, und hier reden wir eher von Jahrzehnten als von Jahren.

Die Retinitis Pigmentosa ist deswegen in diesem Zusammenhang erwähnt worden, weil sich die Augenärzte und Forscher insbesondere bei dieser Erkrankung Erfolge erhoffen. Leider ist es nämlich bisher nicht möglich gewesen, Patienten mit Retinitis pigmentosa zu helfen. Nun soll dies dank der "künstlichen Netzhaut" möglich werden. Jetzt heißt es aber erst einmal: abwarten, was die Forschung neues bringt.

Zur Diagnose der Retinitis Pigmentosa ist nunmehr seit Jahrzehnten ein einziges Verfahren der Standard: die Elektroretinografie. Dieses Untersuchungsverfahren, welches auch in meiner Praxis angewendet wird, hilft dem Augenarzt dabei, die in manchen Fällen, vor allem in Anfangsstadien, unklaren Befunde einzuordnen. So wird der Augenarzt bei Fällen von Nachtblindheit im Zusammenhang mit Gesichtsfeldausfällen die Elektroretinografie anordnen. So kann mit recht hoher Trennschärfe unterschieden werden, ob eine Retinitis Pigmentosa vorliegt oder ob man eine Retinitis Pigmentosa ausschließen kann.

Bei der Untersuchung "Elektroretinografie" (ERG) wird der Patient mit weitgetropften Pupillen zunächst an die Dunkelheit gewöhnt (adaptiert). Sodann werden Kontakte ("Elektroden") an Kopf und Auge angebracht. Entsprechende Lichtreize lösen nun in der Netzhaut des Auges winzig kleine elektrische Reaktionen aus, welche mit den Kontakten abgegriffen und mit Hilfe aufwändiger Meßgeräte aufgezeichnet werden.

Patienten, die in meine Praxis zur ERG-Untersuchung kommen, interessieren sich zu Recht für eine möglichst wenig unangenehme Untersuchung. Dabei liegt unser hauptsächliches Augenmerk auf der Elektrode, die ins Auge eingesetzt wird. Neben herkömmlichen Elektroden auf der Basis einer Kontaktlinse, die auf die Oberfläche des Auges gesetzt werden, kommt in meiner Praxis auch ein Kontakt aus feinem, abgerundeten Golddraht am Auge zum Einsatz, welche von Patienten bezüglich des Komforts deutlich besser beurteilt wird. Dies erleichtert die Durchführung der Untersuchung sehr.

Aktualisiert: 30.3.2010

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