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Quasi der Blick hinter die Kulissen der Netzhaut. Das OCT ist ein spezielles, hochwertiges Mikroskop, mit dem der Arzt feinste Details unter der Oberfläche der Netzhaut sehen kann.

Die Vergrößerung ist außerdem enorm. Wir sehen Details im Mikrometer-Bereich (das sind tausendstel Millimeter)!

Mit dem herkömmlichen Augenspiegel konnte der Augenarzt nur auf die Netzhautoberfläche blicken, aber jetzt ist es mit dem erst vor wenigen Jahren entwickelten OCT möglich, in die Netzhaut hinein zu sehen. Das OCT ist in der Lage, die einzelnen Schichten der Netzhaut abzubilden. Mit den aktuellen "spectral-domain-3-D-OCT" Geräten, wie auch in unserer Praxis, können Details dreidimensional (deswegen 3-D) erkannt werden, die man mit Augenspiegel und herkömmlichem Lichtmikroskop nicht sehen kann. Die wichtigste Anwendung ist die Untersuchung auf krankhafte Änderungen der Netzhautstruktur wie bei Makuladegeneration (siehe Schaltfläche links, und siehe unten) und bei Myopie (Kurzsichtigkeit), sowie die Untersuchung auf Ödem, also unerwünschte Flüssigkeitseinlagerungen in die zentrale Netzhaut, wie sie bei AMD (Makuladegeneration, siehe Schaltfläche links und siehe unten), Diabetes und Netzhautvenenthrombose (beides siehe unten) vorkommt. Weitere Anwendungen beziehen sich auf die quantitative Darstellung der Nervenfasern in der Netzhaut, wobei die Untersuchung der Netzhautfasern für das Glaukom sehr wichtig ist (siehe unten).

GDx ist ein älteres Verfahren zur Analyse der Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL). Die häufigste Anwendung war die Überprüfung auf krankhafte Veränderungen durch das Glaukom (siehe dort). Dieses Verfahren wird - auch in unserer Praxis - heute durch die Untersuchung mit dem "spectral-domain-3-D-OCT" abgelöst. Das HRT zur Untersuchung der Form und Aushöhlung des Sehnervenkopfes existiert ebenfalls schon mehr als 10 Jahre. Die entsprechende Untersuchung wird ebenso heute mit Hilfe des "spectral-domain-3-D-OCT" in höchster Genauigkeit durchgeführt.

Die dreidimensionale Untersuchung der Netzhaut und der Nervenfaserschicht (RNFL) in der Netzhaut mit Hilfe des "spectral-domain-3-D-OCT", sind moderne Untersuchungsverfahren, die dem Arzt einen tiefen Einblick in das Krankheitsgeschehen im Auge möglich machen. Dabei sind diese Untersuchungen für den Patienten absolut unschädlich, und belasten ihn nicht, denn das Gerät verwendet unsichtbares Infrarotlicht. Der Patient setzt lediglich seinen Kopf auf die Kinnstütze, lehnt die Stirne an die Stirnstütze, und blickt auf ein Kreuz oder einen Stern. Dann läuft eine rote Linie, ein relativ schwaches rötliches Licht, durch den Blickbereich des Patienten, und damit ist die Untersuchung für den Patienten beendet.

In der Fernsehsendung "Die Augen-Docs" (Programm: RBB, Zeitpunkt der Sendung: 19.2.2014, 21.00 Uhr) sagte ein Augenarzt der Tübinger Universitätsklinik (sinngemäßes Zitat): "Das Glaukom ist die zweithäufigste Erblindungsursache weltweit. Durch die modernen Untersuchungsverfahren wie 3-D-OCT steht uns zeitgemäße Diagnostik zur Verfügung, der Sehminderung entgegenzuwirken."

"Für die Diagnose und besonders die Therapiekontrolle von Netzhautkrankheiten wie zum Beispiel der AMD (Makuladegeneration) oder diabetischer Netzhautschäden ist diese Methode [gemeint ist die OCT] heute unverzichtbar." (Zitiert aus Heft 144, Ausgabe 2/2017 der Pro Retina Deutschland e.V., einer Patientenvereinigung für von Sehbehinderung Betroffene; Autorin: Susanne Wolters)

Der nachfolgende Text informiert Sie näher zum Thema. Bitte einfach auf den untenstehenden Button (doppel)klicken.

 

3D-OCT-Untersuchung.txt

Das nachfolgende Bild zeigt einen typischen Normalbefund bei der Untersuchung der zentralen Netzhaut, der Makula, mit dem OCT. Die farbigen Markierungen dienen der Erläuterung.


OCT Normalbefund.JPG

Sie können das Bild in besserer Qualität sehen, wenn Sie es downloaden. Klicken Sie über dem Bild auf "OCT Normalbefund.JPG"

Links ist die Netzhautmitte in der Aufsicht dargestellt, rechts das Schnittbild durch die Netzhautmitte.

Bei dreidimensionaler Darstellung werden zahlreiche Schnittbilder durch das Zentrum der Netzhaut gelegt und ausgewertet. Das nachfolgende Beispiel zeigt eine Möglichkeit der Untersuchungstechnik bei einem Normalbefund.


3-D-OCT Normalbefund.JPG

Auch hier können Sie ein Bild in besserer Qualität sehen, indem Sie wiederum auf die Schaltfläche mit dem JPG Symbol klicken. Sie finden die Schaltfläche oberhalb der Abbildung, versehen mit dem Text "3-D-OCT Normalbefund. JPG".

Links unten die Darstellung der Netzhautdicke über der Fläche durch Farbcodierung. Die Farbe gibt die Dicke an: gelb etwas dicker, grün etwas dünner. Rechts davon die statistische Auswertung durch Vergleich der gemessenen Netzhautdicke mit einer gesunden Vergleichsgruppe. Rechts außen die gestaffelte Darstellung von nebeneinander liegenden Schnittbildern des Netzhautzentrums. Ganz oben das Schnittbild durch den Mittelpunkt der Makula.

Makuladegeneration (AMD)
Die altersbedingte Makuladegeneration führt zu Strukturveränderungen, bei denen bestimmte Schichten der Netzhaut geschädigt werden, sich krankhaftes Material zwischen den Schichten ablagert oder sich Flüssigkeit in bestimmten Schichten einlagert. Diese Details sind mit dem OCT sehr genau zu sehen, und man kann die Zu- oder Abnahme dieser krankhaften Veränderungen, zum Beispiel im Rahmen einer Behandlung, verfolgen. So wird mit Hilfe des OCT und anderer Untersuchungsverfahren entschieden, welche Behandlung infrage kommt, beispielsweise eine IVOM (siehe links unter "Makuladegeneration). Nach Beendigung einer Serie von Spritzen im Rahmen der IVOM-Behandlung wird mit Hilfe des OCT entschieden, ob die Behandlungsserie fortgesetzt werden muss oder nicht.

Diabetisches Makulaödem
Insbesondere die Einlagerung von Flüssigkeit ("Ödem") in die zentrale Netzhaut (Makula) im Rahmen des Diabetes (Zuckerkrankheit) führt zu erheblicher Minderung der Sehschärfe. Auch hier kann das OCT in sehr genauer Weise die Menge an Flüssigkeit erfassen und ermöglicht sowohl die Entscheidung über eine Erstbehandlung als auch die Entscheidung über eine Wiederbehandlung.

Thrombose der Netzhautvenen
Auch bei dieser Netzhauterkrankung führt eine Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) zur erheblichen Minderung der Sehkraft. In ähnlicher Weise wie beim Diabetischen Makulaödem dient das OCT der Diagnosestellung, der Entscheidung über eine Therapie und der Entscheidung darüber, ob eine Wiederaufnahme der Therapie erforderlich ist.

Makulaforamen (Makulaloch) und Zellophangliose der Makula
"Vitreomakuläres Traktionssyndrom" oder auch "epimakuläre Membran" nennt man in der Fachsprache die krankhafte Zugkraft des Glaskörpers an der Netzhaut, oder die Ausbildung einer krankhaften Schicht aus Bindegewebe auf der Oberfläche der Netzhaut, welche zu Knitterung der Netzhaut, Schwellung (Ödem) der Netzhaut und Entstehung des Makulaforamens (Loch in der Mitte der Makula) führt. Diese Krankheit wird mit dem OCT hochgenau untersucht und mit Hilfe der Bilder der OCT-Untersuchung eine genaue Entscheidung für oder gegen eine operative Behandlung getroffen.

Glaukom ("Grüner Star")
Mit Hilfe des OCT lassen sich auch die Ganglienzellschicht der Netzhaut (GCC) und die Nervenfaserschicht rund um den Sehnervenkopf (RNFL) sowie die anatomische Form des Sehnervenkopfes und seine ggf. vorhandene Aushöhlung ("Excavation") untersuchen. Diese Untersuchung dient vor allem der Früherkennung einer Schädigung durch das Glaukom ("Grüner Star"). Das OCT kann nicht nur die Entscheidung über die Diagnose erheblich vebessern. Sind im Verlauf der Erkrankung mehrere OCT-Untersuchungen erfolgt, dann kann eine Trendanalyse dabei behilflich sein zu erkennen, ob die Ganglienzellen und Nervenfasern in krankhafter Weise allmählich weniger werden, und wenn ja, wie schnell dies geschieht.
So führt das OCT auch bei der Verlaufskontrolle einer Glaukom-Behandlung zu genaueren und sicheren Therapie-Entscheidungen.

Statistische Trendanalyse aus OCT-Messungen der vergangenen drei Jahre von einem Auge. Hier nur ein einzelnes Beispiel aus einer Menge Analysen, die pro Auge erfolgen.

Wer trägt die Kosten der OCT-Untersuchung?
Die OCT-Untersuchung dient der Erkennung von Krankheiten, mit anderen Worten der Diagnostik, und ist die Voraussetzung für die augenärztliche Entscheidung über die richtige Behandlung. Wenn der Augenarzt aufgrund medizinischer Notwendigkeiten entscheidet, dass eine OCT-Untersuchung durchgeführt werden soll, so ist die OCT-Untersuchung seiner fachkundigen Einschätzung nach durch keine andere Untersuchung ersetzbar. Daraus könnte sich die Überlegung ergeben, dass die OCT-Untersuchung, wenn sie erforderlich ist, von der zuständigen Krankenversicherung bezahlt werden sollte. Bei der Beihilfe, den Beamten-Privatversicherungen und den meisten Privaten Krankenversicherungen ist dies tatsächlich typischerweise der Fall.

Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung hingegen gibt es in vielen Fällen keine Möglichkeit der Abrechnung, selbst dann nicht, wenn dieselbe Gesetzliche Krankenversicherung die Vorlage der OCT-Untersuchungsergebnisse anfordert, um beispielsweise darüber zu befinden, ob die Kosten der geplanten Therapie übernommen werden sollen. In anderen Fällen - zum Beispiel im Rahmen wiederkehrender Kontrollen bei laufender IVOM-Therapie der Makuladegeneration - regulieren Sonderverträge die Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung; viele Patienten können von diesen Regelungen profitieren. In anderen Fällen zahlt die Gesetzliche Krankenversicherung die OCT-Untersuchung nicht. Daher wird den Patienten, die bei einer Gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, die Leistung "OCT, Okuläre Kohärenz-Tomografie" gegebenenfalls als Selbstzahlerleistung angeboten. Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte GOÄ.

Die GOÄ ist eine vom Staat vorgegebene Gebührenordnung, welche u.a. das Ziel verfolgt, durch die Festlegung der Höhe des Honorars einen Interessensausgleich zwischen den Interessen von Patient und Arzt zu erzielen. Ärzte müssen sich nach dieser Gebührenordnung richten - Patienten auch.

Wenn die Gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die OCT-Untersuchung nicht übernimmt, so ist dies am ehesten darauf zurückzuführen, dass aus politischen Gründen beabsichtigt ist, die Patienten an den Kosten der Krankenversorgung direkt zu beteiligen. Über die grundsätzliche Frage, ob die Gesetzliche Krankenversicherung bestimmte Kosten übernehmen soll oder nicht, befindet der sogenannte Gemeinsame Bundesausschuss "GBA". Der GBA soll sich mit dem Thema "Kostenübernahme OCT" beschäftigen. Mit einer Entscheidung ist schätzungsweise nicht vor 2020 zu rechnen.

Copyright Dr. Niepel 2013/2014/2015/2016/2017, letztes Update 8.10.2017

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