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Vielen Dank für Ihr Interesse! Augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung von Augenkrankheiten dienen dem Erhalt gesunder Augen und guter Sehkraft. Schwere Erkrankungen der Augen, die oft unbemerkt beginnen und fortschreiten, können so meist rechtzeitig erkannt und behandelt werden, bevor eine bleibende Sehminderung eingetreten ist.

Zur Vorsorge gehört auch der Schutz vor Unfällen oder vor den Auswirkungen von Unfällen, die das Auge betreffen, ferner der Verzicht auf modischen Trends, die das Augenlicht gefährden (z.B. großflächige Tätowierung der Haut, Party-Kontaktlinsen).

Man geht heute davon aus, dass - auch in Deutschland - rund 85% aller Erblindungen im Großen und Ganzen auf nur zwei schleichend auftretende Ursachen zurückzuführen sind (erstens: alle Glaukome, zweitens: alle Netzhautkrankheiten), wobei sich für den Betroffenen keine dieser Erkrankungen rechtzeitig durch Symptome bzw. Beschwerden bemerkbar macht. Hier hilft nur Vorsorge durch einen Augenarzt weiter!

Netzhautablösung

Die Netzhautablösung ist eine solche ernste Augenerkrankung, die meist unmerklich beginnt und unbehandelt fast immer zur Erblindung des betroffenen Auges führt. Bemerkt der Patient schließlich die Erkrankung am massiven Sehverlust, so wird auch nach operativer Wiederanlegung der abgelösten Netzhaut die volle Funktion des Auges nicht wiederhergestellt. Bleibende Sehkraftminderung ist in der Regel die Folge.

Eine wirksame Vorbeugung ist durch Früherkennungsuntersuchung möglich, die der Augenarzt mit weitgestellter Pupille vornimmt. Dazu bekommt der Patient pupillenweitstellende Augentropfen vor der Untersuchung eingeträufelt. Bei der Untersuchung sucht der Augenarzt nach bestimmten Frühzeichen der Netzhautablösung wie Netzhautrissen oder -löchern. Werden solche Frühzeichen gefunden, erfolgt eine vorbeugende ambulante Behandlung mit dem LASER (Argon-LASER), um eine Netzhautablösung im Entstehen zu stoppen und die volle Sehkraft zu erhalten. Nach vorsichtiger Schätzung kann dadurch ein nennenswerter Anteil der Netzhautablösungen vermieden werden.

Die betroffenen Patienten hatten also keine Beschwerden, keine Sehstörungen, keine Sehkraftminderung, nichts. Durch vorsorgliche Untersuchung beim Augenarzt mit weitgetropfter Pupille wurde die drohende bzw. beginnende Netzhautablösung erkannt, von der die Patienten nichts geahnt hatten. Die Argon-Laser-Behandlung tut nicht weh und birgt in den Händen eines geübten Augenarztes kaum ernsthafte Behandlungsrisiken. So konnte bei den Betroffenen die Netzhaut "festgeschweißt" werden und damit eine gefährliche Netzhautablösung mit Sehverlust wirksam verhindert werden; die Patienten behalten ihre volle Sehkraft.


Glaukom / Grüner Star

Wegen der Gefährlichkeit der Glaukomkrankheit gehört nach allgemeiner Auffassung die Vorsorgeuntersuchung auf Glaukom zur augenärztlichen Routineuntersuchung, zumal sie ein Minimum an Geld und Zeit erfordert. Das Glaukom, manchmal auch "Grüner Star" genannt, ist eine Gruppe sehr ernsthafter Augenerkrankungen. Glaukom macht im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden, kann aber unbehandelt zu hochgradigem Sehverlust und schließlich irreversibel zur völligen Erblindung führen. Beim Glaukom spielt die Früherkennung die entscheidende Rolle. Nur durch die Früherkennungsuntersuchung kann rechtzeitig erkannt werden, ob bereits unbemerkt ein Glaukom vorliegt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie, wenn Sie links auf die Schaltfläche "Glaukom/Grüner Star" klicken. Durch Früherkennung und daraufhin eingeleitete konsequente Frühtherapie kann die weit überwiegende Mehrheit aller Erblindungen durch diese Krankheit vermieden werden. Würde jeder Einzelne mehr für die Früherkennung tun und zur Glaukomfrüherkennung (Sehnervencheck) gehen, so ließen sich schlimme Schicksale vermeiden. Deswegen werden Sie bei Ihrem Augenarzt, wie auch in der Praxis Dr. Niepel, unaufgefordert auf die Früherkennung mit Sehnervencheck hingewiesen und Sie werden auf Glaukom bzw. "Grüner Star" hin untersucht [es sei denn, Sie wären nicht einverstanden]. Die Früherkennung wird also durchgeführt, selbst wenn Sie aus ganz anderen Gründen die Praxis aufgesucht haben. Dies ist gut so, denn es schützt Sie.


Diabetische Retinopathie

Der Diabetes (Zuckerkrankheit) ist in Deutschland eine der häufigsten Ursachen für vermeidbare Erblindung. Auch bei dieser Erkrankung bemerkt der Patient selber, d.h. ohne die Untersuchung beim Augenarzt, die Krankheit seines Auges regelmäßig viel zu spät, und eine Erblindung läßt sich dann nicht mehr verhindern. Deswegen weiß jeder gut beratene Diabetiker, dass er mindestens einmal jährlich beim Augenarzt untersucht werden muss, und zwar mit erweiterter Pupille. Sind Sie Diabetiker? Dann suchen Sie Ihren Augenarzt regelmäßig auf, kommen Sie ohne Auto und lassen Sie sich mit weitgestellter Pupille am Augenhintergrund untersuchen. Findet der Augenarzt behandlungsbedürftige Zeichen der Krankheit, so wird er zunächst eine Therapie mit dem LASER (Argon-LASER) veranlassen. Mit Hilfe konsequenter Früherkennung und rechtzeitiger augenärztlicher Therapie kann die Krankheit gestoppt oder stark verlangsamt werden und mehr als die Hälfte der durch diese Erkrankung bedingten Erblindungen verhindert werden.

Eine unangenehme Folge der Diabetischen Netzhautkrankheit ist das Makulaödem, d.h. die unerwünschte Einlagerung von übermäßiger Gewebeflüssigkeit in die Makula, d.h. in die zentrale Netzhaut, welche für das scharfe Sehen so wichtig ist. Die vom Diabetischen Makulaödem betroffenen Patienten erleiden unbehandelt einen erheblichen Verlust an Sehschärfe, der NICHT ausgeglichen werden kann, wenn nicht rechtzeitig behandelt wurde. Die rechtzeitige Erkennung der Krankheit erfolgt mit dem OCT (siehe links "OCT"), die rechtzeitige Behandlung erfolgt ähnlich wie die Therapie der feuchten AMD mit Injektionen (Spritzen) von Medikamenten in das Augeninnere.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie über Diabetiker und deren Risiko, das Augenlicht einzubüßen, zeigte, dass Diabetiker selber eine Menge dazu beitragen können, ihr Risiko zu vermindern. Die häufige und regelmäßige Teilnahme an vorsorglichen augenärztlichen Untersuchungen ging mit einer niedrigeren Erkrankungsrate einher. Schon die regelmäßige Beratung beim Augenarzt senkt also offenbar das Erkrankungsrisiko! Ferner: Ein niedriger sozio-ökonomischer Status geht mit Vernachlässigung der augenärztlichen Vorsorgen und - infolgedessen - mit erheblich höheren Risiken für die Sehkraft einher. Natürlich spielt das Einhalten der verordneten Diabetes-Diät, die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker, eine wichtige Rolle. Je besser die entsprechenden Blutwerte, desto niedriger das Erkrankungsrisiko. Auch hier können Diabetiker selber eine Menge zu ihrer Gesundheit beitragen. Essstörungen können bei Typ-1-Diabetikerinnen katastrophale Folgen haben. Ebenfalls sehr schlimm ist die Verleugnung der Erkrankung durch den Patienten und die Weigerung, die nötige Behandlung durchzuführen. (Quelle: Ocular Surgery News, Europe Edition, July/August 2011, S. 21)

Kindliche Sehschwäche, Schielen und Schwachsichtigkeit (Amblyopie)

Alle Kinder sollten etwa zum zweiten, spätestens zum dritten Geburtstag zur Vorsorge einem Augenarzt vorgestellt werden, und die Kinderärzte unterstützen dies. Kinder, die schlecht sehen, machen sich leider gar nicht bemerkbar. Eltern dieser Kinder haben in aller Regel keine Chance zu bemerken, dass ihr Kind eine Sehschwäche hat, denn Kinder können diese Schwächen sehr gut überspielen.

In der frühen Kindheit sind augenärztliche Untersuchungen sogar auch dann schon möglich, wenn das Kind noch nicht spricht. Eine frühe Therapie kann eine lebenslange Schwachsichtigkeit verhindern. Je später die Therapie einsetzt, desto schlechter sind die Ergebnisse. Ein Kind, dessen Sehschwäche erst bei der Einschulung bemerkt wird, hat deutlich schlechtere Chancen als ein Kind, das bereits im zweiten oder dritten Lebensjahr behandelt wird. Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt decken leider nicht alle Augen-Probleme bei den Kindern auf. Deswegen ist die vorsorgliche augenärztliche Untersuchung aller Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr von besonderer Wichtigkeit. Die Gesundheitsämter und, wie gesagt, die Kinder- und Jugendärzte Deutschlands unterstützen diese Früherkennungsuntersuchungen. Die überwiegende Mehrzahl der Fälle von Schwachsichtigkeit lässt sich durch frühzeitige und konsequente Therapie verhindern.

Die Therapie besteht meist einfach darin, dass das Kind eine Brille mit genau angepassten Gläsern bekommt. Die Brillengläser sorgen dafür, dass im Inneren des Auges, auf der Netzhaut, ein scharfes Bild ankommt. Ohne Brille hingegen wäre das Bild unscharf. Das Auge des Kindes kann sich mit einem solchen unscharfen Bild nicht entwickeln, und ohne Brille bliebe das Auge für immer unterentwickelt und schwachsichtig, ein ganzes Leben lang. Die schlimmen Auswirkungen kann man sich ausmalen: Schon der Führerschein wird ein Problem, viele Berufe sind dem Sehschwachen verwehrt. Die Brille aber sorgt nun durch das scharfe Bild im Auge dafür, dass sich das kindliche Auge richtig und normal entwickelt. Die kindliche Entwicklung des Auges besteht also genau genommen darin, dass das kindliche Sehorgan lernt, die scharf dargebotenen Bilder auch scharf weiterzuverarbeiten.

Dazu muss der Augenarzt regelmäßig nachmessen, ob die Stärke der Brillengläser noch zu der Fehlsichtigkeit des kindlichen Auges passen, und die Gläserstärken ständig anpassen. Kinder, die in dieser Weise versorgt werden und ihre Brille immer tragen, haben dann voraussichtlich eine normale Entwicklung der Sehkraft und müssen im späteren Erwachsenenalter nicht mit Einschränkungen leben.

Die Brille hat also für das Kleinkind eine therapeutische Wirkung auf das Sehorgan mit bleibender Auswirkung. Beim Kind ist die Brille nicht einfach nur ein Hilfsmittel, sondern tatsächlich ein Mittel, dass Fehlentwicklungen heilen kann.

Nach verschiedenen Erhebungen, die auch in Deutschland durchgeführt wurden, haben rund 7 Prozent der Kinder solch eine manifeste Fehlentwicklung in Richtung zur Schwachsichtigkeit oder zum Schielen oder leiden an beidem. Die vorsorgliche Untersuchung beim Augenarzt soll dazu beitragen, aus den vielen gesund erscheinenden Kindern diejenigen herauszufinden, die einer Behandlung bedürfen.

Sicherheitsgurt

Bis zur Einführung der Anschnallpflicht gab es sehr häufig schwerste Verletzungen der Augen bei Auffahrunfällen. Der Insasse stürzte mit seinem Gesicht in die Windschutzscheibe und verletzte sich die Augen schwerstgradig. Der Sicherheitsgurt verhindert solche Verletzungen wirkungsvoll. Die Zahl der Erblindungen durch diese Art der Verletzung ist seit Einführung der Anschnallpflicht drastisch zurückgegangen. Also: Anschnallen ist Vorsorge für die Augen!

Schutzbrille bei jeder Arbeit mit dem Hammer

Schaffen Sie sich eine Schutzbrille an, wenn Sie einen Hammer besitzen! Eine Schutzbrille ist billig (z.B. rund 15 €). Die Schutzbrille schützt Ihre Augen vor Unfällen beim Heimwerken und bei der handwerklichen Arbeit. Beim Schlag des Hammers auf jegliches harte Material, insbesondere Stahl oder Fliesen, können millimeterkleine Partikel abgesprengt werden, die mit hoher Wucht umherfliegen. Trifft ein solches Partikel das Auge, so wird der Augapfel von vorne bis hinten durchschossen. Eine ungewöhnlich schwere Verletzung ist die Folge. Also: Eine Schutzbrille ist billig, schützt aber vor Verletzung der Augen. Tragen Sie die Schutzbrille, immer wenn Sie zum Hammer greifen, und sei es nur ein Nagel, den Sie einschlagen wollen. Ähnliches gilt bei der Arbeit mit hochtourig drehenden Maschinen. Besitzen Sie eine Schutzbrille? Wenn Sie Werkzeug wie Hammer und Meißel besitzen, dann brauchen Sie auch eine Schutzbrille!

Kunststoffgläser schützen die Augen vor Verletzungen

Tatsächlich kommt es nicht oft vor, dass ein mineralisches Brillenglas vor den Augen des Billenträgers zerspringt. Wenn dies aber geschieht, dann drohen die rasiermesserscharfen Glassplitter das Auge schwer zu verletzen. Insbesondere bei denjenigen Gläsern, die bei Kurzsichtigkeit verwendet werden, ist die Stärke des Glas-Materials in der Mitte - unmittelbar vor dem Auge - am allerdünnsten und deswegen dort besonders bruchgefährdet. Augenärzte empfehlen daher aus Gründen der Unfallsicherheit Kunststoffgläser. Der Kunststoff ist zäh und bricht nicht so leicht. Und wenn Kunststoff dennoch bricht, dann sind die Kanten nicht so scharf.

Ich gehe nur zum Arzt, wenn ich Beschwerden habe - ist das früh genug?
Nein! Bezogen auf Ihre Augen wäre dies ein folgenschwerer Irrtum, und leider eine häufige Ursache dafür, das Erkrankungen der Augen, die zur Erbindung führen, oft erst so spät, vielleicht zu spät, entdeckt werden.

Also: Wie mache ich es richtig? 1) Lassen Sie kleine Kinder beim Augenarzt auf kindliche Sehschwäche hin untersuchen. 2) Lassen Sie sich, wenn Sie erwachsen sind, auf Glaukom untersuchen; und sobald Sie über 40 Jahre alt sind, sollte die Vorsorge auf Glaukom nach meiner Erfahrung sicherheitshalber sogar jedes Jahr erfolgen. 3) Lassen Sie sich auch auf Netzhautkrankheiten untersuchen; wenn Sie Diabetiker sind, sollte diese Untersuchung mit weitgetropfter Pupille jedes Jahr erfolgen.

Mein Arzt hat mir gesagt, eine stärkere Brille würde mir nicht mehr helfen?
Eine der häufigsten Irrtümer ist, zu glauben, man könne jede Minderung der Sehschärfe durch eine "stärkere Brille" ausgleichen. Dies geht natürlich nicht, wenn die Sehkraftminderung durch eine Augenkrankheit hervorgerufen wurde. Brille und Kontaktlinsen nützen nur bei Fehlsichtigkeiten, d.h. optischen Fehlern zum Beispiel eines zu kurz oder zu lang gewachsenen Auges (Kurz-, Weit-, Stab- und Altersichtigkeit). Augenkrankheiten hingegen zerstören die Netzhaut oder den Sehnerven oder trüben die im Normalfall kristallklaren optischen Medien. Ist erst einmal das betroffene Gewebe des Auges krankhaft verändert, heilt es meist mit einer Narbe, welche die ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen kann. Wir sprechen deswegen von einer Defektheilung (eine Heilung, bei der ein Defekt zurückbleibt). Dort, wo Narben sind, kann das Auge Hell und Dunkel nicht mehr unterscheiden, d.h. an diesen Stellen ist das Auge blind. Durch Narben zerstörte Netzhaut- oder Sehnervengewebe lassen sich aber leider bisher nicht ersetzen; weder wachsen sie nach, noch können diese Gewebe verpflanzt (transplantiert) werden. Also: der häufig gehörte Satz "ich benötige keine Vorsorge, denn wenn meine Sehkraft nachlassen sollte, besorge ich mir einfach eine stärkere Brille" zeugt von kompletter Unkenntnis der Gefahren von Augenkrankheiten.

Der Sinn der Vorsorge
Krankheiten des Auges müssen folglich erkannt und behandelt werden, bevor irreversible Schäden entstanden sind. Hat man Beschwerden an den Augen, sollte man also so früh wie möglich den Augenarzt aufsuchen. Leider machen sich viele Krankheiten des Auges aber zu spät bemerkbar. Man müsste also den Augenarzt aufsuchen, bevor man Beschwerden hat. Dies ist genau der Charakter und der Sinn der Vorsorge: Vorsorgliche Untersuchung der Augen bei scheinbar Gesunden.

Großflächige Tätowierung der Haut kann gefährliche Augenkrankheit auslösen
Wie einer kürzlich veröffentlichten Studie (zitiert im Deutschen Ärzteblatt Heft 51-52, Dez. 2014) zu entnehmen war, wurde ein Zusammenhang zwischen Tätowierung der Haut und Uveitis der Augen gefunden. Die Uveitis ist eine sterile, d.h. nicht durch Erreger wie Viren oder Bakterien hervorgerufene Entzündung der Aderhaut der Augen, welche zur Schädigung der Netzhaut und infolgedessen zum Sehverlust führt. Hochgradige Sehbehinderung und bleibende Schädigung sind möglich. Als Ursache der Uveitis nach Tätowierung vermuten die Autoren toxische Inhaltsstoffe der schwarzen Tatoo-Farbe. Dabei befanden sich die Tätowierungen nicht in der Nähe der Augen; insofern ist diese Nebenwirkung der Tätowierung unerwartet. Aus augenärztlicher Sicht kann daher nur dazu geraten werden, vorsichtshalber auf Tätowierung der Haut - insbesondere auf großflächige - zu verzichten.

Augen zum Augenarzt!

Sehtest beim TÜV, Sehtest beim Optiker, Sehtest beim Arbeitsmediziner, Sehtest beim Betriebsarzt: Alle diese Untersuchnungen stellen im besten Falle Untersuchungen der Leistungsfähigkeit Ihrer Augen dar, sind aber in der Regel nicht in der Lage, eine Augenkrankheit aufzudecken. Auch ein schwer krankes Auge kann eine 100-prozentige Sehschärfe aufweisen! Es ist ein sehr häufiger und schwerwiegender Irrtum, zu glauben, nach einem solchen Sehtest wäre man am Auge ausreichend vorsorglich untersucht worden. Nur der Augenarzt kann mit Mikroskop, Augenspiegel und weiteren Geräten, aufgrund seiner fachlichen Qualifikation, ein Urteil abgeben, ob das Auge gesund ist. 

Augeninnendruckmessung durch Laien?

Ein heikles Thema. Es ist aber bekannt, dass man nicht nur ein Messgerät besitzen muss, man muss das Gerät auch korrekt bedienen können, man muss die Fehlermöglichkeiten kennen, man muss das Messergebnis kritisch würdigen können, man muss es mit einem anderen Messverfahren überprüfen können, und man muss es interpretieren können. Dazu muss man aber Augenarzt sein. Deshalb gilt: Vertrauen Sie einem Augeninnendruck-Messergebnis nur, wenn es von einem Augenarzt stammt. Gerichte in Deutschland sind zu der Auffassung gelangt, dass die Bewertung des Augendruck-Messergebnisses ausschließlich nur der Augenarzt vornehmen kann. Besser lassen Sie die Untersuchung gleich vollständig beim Augenarzt machen. Übrigens, so wichtig es auch sein mag, dass die Messung des Augeninnendrucks korrekt erfolgt: Die Messung des Augeninnendrucks alleine ohne weitere augenärztliche Untersuchung sagt leider nicht ausreichend sicher aus, ob man an den Augen gesund ist. Klicken Sie zu diesem Thema im Menü links auf die Rubrik "Glaukom/Grüner Star" und "Pachymetrie".

Kontaktlinsen ohne Anpassung aus Versandhandel oder Internet?

Kontaktlinsen liegen direkt auf der Oberfläche des Auges und berühren Hornhaut und Bindehaut. Dort können Kontaktlinsen unter ungünstigen Umständen Schäden anrichten. Schädigungen der Augen treten immer wieder bei Kontaktlinsenträgern auf, die weder individuell angepasste Kontaktlinsen tragen, noch eine ausreichende Anleitung zum Umgang mit den Kontaktlinsen bekommen haben. Also gilt: Sicherheit hat man als Kontaktlinsenträger nur, wenn die Kontaktlinsen von einem Kontaktlinsenspezialisten individuell angepasst wurden und wenn der Kontaktlinsenträger eine entsprechende individuelle Beratung zu Kontaktlinsen bekommen hat. Dazu gehört auch die Untersuchung der Augen in Hinblick auf die Frage, ob die Augen im individuellen Fall überhaupt Kontaktlinsen vertragen. Hier ist ein Kontaktlinsenspezialist gefragt. Dies kann entweder ein Augenoptiker sein, der sich auf Kontaktlinsen spezialisiert hat und mit einem Augenarzt zusammenarbeitet, oder man sucht sich einen Augenarzt, der mit Kontaktlinsen Erfahrungen hat. Lesen Sie zu diesem Thema auch die Seite "Kontaktlinsen" (klicken sie auf das entsprechende Feld oben links auf dieser Seite).

Hinweis für die Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen: Alle hier erwähnten Maßnahmen und Behandlungsmethoden sind aus fachärztlicher Sicht geboten und richtig, d.h. also medizinisch erforderlich, und werden hier aufgeführt ohne Rücksicht daruf, wer sie bezahlt. Möglicherweise sind nicht alle genannten ärztlichen Maßnahmen Leistungen der Gesetzlichen Krankenkasse; sie werden ggf. als Selbstzahlerleistung (sog. IGeL) angeboten. Diese Leistungen werden nach der GOÄ berechnet. Die GOÄ ist die vom Staat per Verordnung festgelegte Gebührenordnung für Ärzte, welche die Interessen und die besondere Lage der Patienten berücksichtigt.

Wenn eine gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine medizinisch erforderliche Maßnahme nicht zu übernehmen bereit ist, dann darf dies keinesfalls als Beleg dafür gelten, dass etwa die Maßnahme unnötig sei. Vielmehr ist die Verweigerung der Kostenübernahme als Kostendämpfungsmaßnahme zu verstehen. Der Patient soll auf diesem Weg an den Gesundheitskosten beteiligt werden.

Aktualisiert: 2.8.2016

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