Vielen Dank für Ihr Interesse! Der Graue Star hat viel von seinem früheren Schrecken verloren, weil er heutzutage sehr erfolgreich operiert werden kann. Es handelt sich beim "Grauen Star" um eine graue Eintrübung der Augenlinse. Wegen der Trübung der Linse kann der Betroffene nur unscharf und schleierhaft sehen. Immer modernere und bis ins Detail ausgeklügelte Techniken haben die Operation des Grauen Stars zu einer hochgradig zuverlässigen und sicheren Behandlung werden lassen.
Die Operation des Grauen Stars
Die Operation besteht darin, dass die getrübte Linse in örtlicher Betäubung oder Narkose aus dem Auge entfernt wird und stattdessen eine klare Kunststofflinse als Ersatz eingepflanzt wird.
Die künstliche Linse wird vom Auge gut vertragen. Komplikationen sind selten. Meistens erreicht der Operierte wieder eine gute Sehschärfe und ist nicht mehr so blendempfindlich wie vor der Operation.
Üblicherweise wird der "Graue Star" operiert, wenn die Sehkraft bereits deutlich vermindert ist. Man sagt, der Graue Star muss "reif" genug sein für die Operation. Dies bedeutet, dass sich die Risiken der Operation nur lohnen, wenn die Trübungen der Augenlinse recht kräftig ausgeprägt sind und bereits deutlich stören. Dies bedeutet natürlich nicht, dass der Betroffene mit der Operation warten soll, bis die Linse völlig eingetrübt ist und er gänzlich erblindet ist.
Lesen Sie diesen Artikel, weil Sie selber den "Grauen Star" haben und nicht wissen, ob Sie sich operieren lassen sollen? Fragen Sie Ihren Augenarzt danach. Bevor Sie zur Operation überwiesen werden, wird Ihr Augenarzt klären, ob weitere Erkrankungen Ihrer Augen vorliegen. Nur wenn die Augen ansonsten gesund sind, ist eine gute Sehschärfe nach der Operation zu erwarten. (Andererseits kann die Operation auch dann sinnvoll sein, wenn die Augen weitere Erkrankungen haben. Ggf. sollte man hierzu seinen Augenarzt befragen.)
Benötige ich eine Brille nach der Operation des Grauen Stars?
In aller Regel reicht nach der Operation die Sehkraft ohne Brille für viele Verrichtungen im Alltag aus. Um optimale Sehschärfe zu erzielen, wird man aber sowohl für die Ferne (Autofahren, Fernsehen) als auch in der Nähe (zum Lesen, Schreiben, Handarbeiten, Computer etc.) eine Brille benötigen. Je genauer vor der Operation die einzupflanzende künstliche Linse berechnet wird, desto genauere Ergebnisse diesbezüglich sind zu erwarten. Dennoch gilt die alte Regel, dass ausschließlich solche Beeinträchtigungen des Sehens, die durch Kurz-, Weit-, Stab- und Alterssichtigkeit hervorgerufen wurden, mit Hilfe einer Brille gebessert werden können. Alle anderen Beeinträchtigungen des Sehens können durch eine Brille nicht behoben werden. (Ist also eine verminderte Sehschärfe nach der Operation zu erwarten, weil die Augen weitere Erkrankungen haben, so nützt grundsätzlich weder eine besonders genaue Berechnung der künstlichen Linse noch eine "besonders starke" Brille etwas dagegen. Ggf. sollten Sie hierzu vor der Operation Ihren Augenarzt fragen.)
Wann bekomme ich nach der Operation meine Brille?
Meistens kann die Brillenverordnung erst nach 6 bis 8 Wochen erfolgen, weil das operierte Auge erst vollständig verheilt sein muss. Manchmal kann man die Zeit mit einer einfachen Lesehilfe überbrücken, oder man läßt sich provisorisch eine vorläufige Brille mit einfachen Gläsern anfertigen.
Meine Nachbarin sah nach der Operation genauso schlecht wie vorher! Woher kommt das?
Manchmal kann der Augenarzt schon vor der Operation des Grauen Stars sehen, dass das Auge an einer weiteren Krankheit leidet. Das Ergebnis der Operation wird durch eine solche Zweitkrankheit beeinträchtigt. Das weiß man als Patient dann schon vor der Operation und kann sich darauf einstellen. Manchmal wird aber erst nach der Operation deutlich, dass eine Zweitkrankheit des Auges vorliegt; diese Fälle sind eher selten. Insbesondere sind natürlich weder der Operateur noch der überweisende Augenarzt schuld an einer solchen Zweitkrankheit. Das betroffene Auge sieht dann wegen der Zweitkrankheit schlecht, obwohl die Operation des Grauen Stars und Nachbehandlung perfekt ausgeführt wurden. Es gibt aber noch einen weiteren wichtigen Gedanken zu der Frage, ob ein Patient mit der Operation zufrieden ist: Unzufriedenheit stellt sich meist dann ein, wenn sich der Patient mehr von der Operation versprochen hat, als die Operation halten kann. Deswegen ist das Gespräch zwischen Patient und Augenarzt vor der Entscheidung zur Katarakt-Operation wichtig.
Was ist ein Nachstar und wie wird er behandelt?
Nach Monaten oder Jahren kann die Sehkraft wieder nachlassen, weil die Linsenkapsel, die zum Befestigen der künstlichen Linse im Auge belassen wurde, nachträglich noch eintrüben kann. Diesen Vorgang nennt man Nachstar. Ein Nachstar kam früher bei etwa jedem dritten operierten Auge vor. Heute werden künstliche Linsen und Operationsverfahren gewählt, welche die Häufigkeit des Nachstars deutlich senken. Dennoch muss auch heute noch in vielen Fällen der Nachstar behandelt werden. Dazu wird ein LASER (YAG-LASER) verwendet. Das Auge muss also nicht noch einmal operativ eröffnet werden. Die Behandlung ist schmerzlos.
Ist die Operation des Grauen Stars ambulant möglich?
Ja. Heutzutage wird die Operation überwiegend ambulant durchgeführt. In aller Regel hat der Patient einen konservativ tätigen Augenarzt, der vor der Entscheidung zur Operation das vom grauen Star betroffene Auge untersucht, mit dem Patient das Gespräch über die Operation führt, der ihn zur ambulanten Operation zu einem Augenoperateur überweist, und der nach der Operation die Nachbehandlung übernimmt.
Benötige ich für die Operation des Grauen Stars eine Vollnarkose?
Nein. Die Operation wird fast ausschließlich in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Mein Augenarzt sagt, dass ich einen Grauen Star habe. Wie schnell kann der Graue Star voranschreiten? Die Eintrübung der Augenlinse kann sehr langsam voranschreiten, so dass viele Monate oder Jahre vergehen können, bis aus einer beginnenden Linsentrübung ein opertionswürdiger Grauer Star wird. Es gibt jedoch auch einige wenige Patienten, bei denen die Eintrübung sprunghaft fortschreitet; in einzelnen Fällen kann ein massiver Sehverlust binnen weniger Tage oder Wochen eintreten. Eine genaue Vorhersage ist nicht möglich, jedoch kann Ihr Augenarzt versuchen, aus der Form der Trübung die typische Verschlimmerungsgeschwindigkeit vorherzusagen.
Wann muss der Graue Star operiert werden? Die Eintrübung der Augenlinse sollte erheblich sein, bevor man den Entschluss zur Operation trifft, damit sich die Operation lohnt. Wieviel nun "erheblich" ist, kann Ihr Augenarzt mit Ihnen im Gespräch klären. Die auf Sparsamkeit bedachten Gesetzlichen Krankenkassen achten streng darauf, dass die Operation (die ja Geld kostet), nicht stattfindet, bevor nicht die Sehschärfe deutlich abgefallen ist. Aber auch aus medizinischer Sicht sollte weder zu früh operiert werden, noch sollte übermäßig lange die Operation hinausgezögert werden. Hier ist eine Nutzen/Risiko-Abwägung erforderlich, die Ihr Augenarzt mit Ihnen zusammen vornimmt.
Kann man den "Grünen" und den "Grauen" Star gleichzeitig haben?
Ja, natürlich.
Hat die Operation des "Grauen Stars" Komplikationen?
Die Operation des "Grauen Stars" ist eine sehr sichere Operation. Viele Tausend Patienten werden in Deutschland jedes Jahr erfolgreich operiert. Wenn die Operation nötig ist, und das besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, dann kann man die Risiken ohne Weiteres bedenkenlos hinnehmen, denn Komplikationen sind selten und lassen sich in den meisten Fällen heute gut beherrschen. Natürlich wird der Operateur mit Ihnen mögliche Risiken besprechen. Wirklich selten geworden ist die Infektion im Inneren des Augapfels. Sie tritt etwa alle 200 bis 500 Operationen einmal auf. In letzter Zeit hat man die Infektionsrate noch einmal deutlich senken können, seitdem die Operationstechnik im Detail verfeinert wurde. Der Operateur verwendet heutzutage sehr kleine Einschnitte ins Auge - nur etwa 2 bis 3 Millimeter - und nutzt schon bei der Operation vorsorglich Antibiotika, die ins Innere des Augapfels eingegeben werden. So ist eine Infektion höchst unwahrscheinlich geworden. Der nachbehandelnde Augenarzt achtet besonders genau auf Frühzeichen einer jeglichen Komplikation und trägt, wenn nötig, durch eine sofortige gezielte Gegenmaßnahme zu einem guten Verlauf bei. Deswegen - also wegen sorgfältiger Operation und sorgfältiger Nachbehandlung - ist die Operation des "Grauen Stars" so erfolgreich.
Warum muss ich nach der Operation zur Nachbehandlung?
Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass die Operation eine Reparatur sei und dass unmittelbar nach der Reparatur die Fernreise, im Extremfall noch in ein Land mit schlechter ärztlicher Versorgung, angetreten werden kann. Natürlich ist zwingend eine ausreichend lange Zeit der Abheilung nötig, und während dieser Zeit muss der nachbehandelnde Augenarzt genau aufpassen, ob es zu einer Komplikation oder Fehlentwicklung nach der Operation kommt. Der Patient trägt seinerseits zum Gelingen der Heilung bei, indem er Hygieneregeln peinlich genau beachtet und die verordneten Medikamente verwendet.
Wird bei der Operation das Auge herausgenommen?
Nein.
Wie lange hält die künstliche Linse?
Wahrscheinlich ein Leben lang.
Kann die künsliche Linse aus dem Auge herausfallen?
Nein, aber im Inneren des Auges verrutschen. Wenn man zu heftig am Auge reibt, kann das passieren. Deswegen wird empfohlen, nach der Operation auf das Reiben am Auge gänzlich zu verzichten.
Ich werde doch wohl hoffentlich mit dem LASER operiert?!
Nein.
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